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9. November 2015

„Kollaboration“ nein danke

In den vergangenen fünfzehn Jahren macht sich die Rede von der „kollaborativen“ Erstellung von freiem Wissen breit. Der Pädagoge und Migrationsforscher Mark Terkessidis möchte „Kollaboration“ zum „ethischen Leitprinzip“ der Gesellschaft machen und Wikimedia hat gemeinsam mit der Berliner Gazette in ihrem „ABC des Freien Wissens“ den Buchstaben K mit „Kollaboration“ belegt. Gegen diese geschichtsvergessene Verwendung des Wortes argumentiert der folgende Text.

Volker Grassmuck
Langfassung eines Textes für Berliner Gazette, 14.11.15

Paris,_der_Kollaboration_beschuldigte_Französinnen. Wikimedia Commons, Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0

Paris, der Kollaboration beschuldigte Französinnen. Wikimedia Commons, Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0

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14. Februar 2015

Von Privatisierung zu den Allmenden

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untitledVolker Grassmuck, Von Privatisierung zu den Allmenden

Tauschen, Teilen und Kooperieren sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Verstärker, wenn nicht Auslöser für den Wandel in Bewusstsein und Praxis war ohne Frage das Internet.

in: Peter Bittner, Stefan Hügel, Hans-Jörg Kreowski, Dietrich Meyer-Ebrecht, Britta Schinzel (Hg.), Gesellschaftliche Verantwortung in der digital vernetzten Welt, Reihe: Kritische Informatik Bd. 8, 2014, ISBN 978-3-643-12876-8

Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e. V. (FIfF) setzt sich seit 30 Jahren mit den Wechselwirkungen von Informatik und Gesellschaft auseinander. Dieser Jubiläumsband mit einer Reihe von Beiträgen bekannter Autorinnen und Autoren lässt ein Spektrum aktueller und brisanter Themen Revue passieren, das von Überwachung und Datenschutz über Rüstung und Informatik, Informatik und Gender, Verantwortung und Fairness im informatischen Handeln bis hin zum kreativen Arbeiten und zu immateriellen Gütern reicht.

6. Juli 2014

V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 2, 9/1985

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V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 2, 9/1985

V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 2, 9/1985

Zweifellos verlangt der Geist der Zeit nicht nach Gefälligem. Desto weniger ist den Einfällen das Zufällige abzusprechen. (Man versuche es nur: das Zufällige absprechen, wie man eine Warze bespricht.)
Die Bewegung ist wie Stillstehen. Nur schneller. Oder, (wie ein holländischer Radiomacher auf einer höchst üllegalen Performance im Ex intonierte) die Bewegung ist die Bewegung.
Was bleibt ist, die eigene Vermessenheit zum Maß der Dinge zu machen. Pfau Max, die Illustrierte auf der Großspur. (Jetzt mit eingebautem Paradigmenwechsler!)

Ein weiteres 30 Jahre altes Zeit(ungs)dokument ist dem Vergessen entwischt und überführt in das zeitlose Google-Gedächtnis, aus dem es nur noch einen Ausweg gibt: das Einklagen des Rechts auf Vergessenwerden. Hingegen wird die V max Nr. 3, obgleich redaktionell fast fertig gestellt und in der Nr. 2 vorangekündigt, nie gedruckt, auf absehbare Zeit in diesem klaglosen Vergessen verbleiben.

V max Nr. 2

Die Zeitschrift auf der Überholspur

Berlin, September 1985
Herausgeber: Verein zur Gangbarmachung kultureller Abwege

Mit Beiträgen von: Christian Andres, Anonymus, L.B., Anne-Claude Benhamiche, Frank Fabel, Volker Grassmuck, Ronald Hitzler, Jens Klennert, G. Lächter, Marcus Mons, Ulla Oberbeckmann, Sebastian Raabe und Wolfgang Rühle.
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21. Juni 2014

V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 1, 1/1985

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V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 1, 1/1985

V max. Die Zeitschrift auf der Überholspur, Nr. 1, 1/1985


Es ist die Leidenschaft des Archäologen, sich mit der stummen Zeit zu unterhalten. Wir sind Archäologen, keine Baumeister. Gleichermaßen ent-täuscht vom Mißlingen wie vom Gelingen aller Projekte (oder waren es nur Projektionen?) der Moderne, haben wir uns an Ausgrabungsarbeiten gemacht, um Partikel jenes ParalIeluniversums freizulegen, das wir nur noch fragmentarisch zitieren können. Das vollständige Zitat wäre die andere Zeit. Oder etwa nicht?

Dank hightech Archäologie ist es nun gelungen, das Wurmloch in jenes ParalIeluniversum auszugraben, wie es sich vor 30 Jahren manifestierte, und es als weiteres Zitat seiner selbst geneigten Zeitreisenden zur Verfügung zu stellen:

V max Nr. 1

Die Zeitschrift auf der Überholspur

Berlin, Januar 1985
Herausgeber: Verein zur Gangbarmachung kultureller Abwege

Mit Beiträgen von: Anonymus, Frank Fabel, Volker Grassmuck, Dietmar Kamper, Kristian Klippel, Stanislaw Lem, Jorge Lozano, Abbe Pirard, Tester R., Eila Reinwein und Christian Unverzagt. (weiterlesen…)

19. April 2014

Von Daseinsfürsorge zu Public Value
Für einen neuen Gesellschaftsvertrag über unsere mediale Umwelt

Grassmuck, Volker Ralf, Von Daseinsfürsorge zu Public Value. Für einen neuen Gesellschaftsvertrag über unsere mediale Umwelt (March 02, 2014). erscheint Juni 2014 in: Dieter Klumpp, Klaus Lenk, Günter Koch (Hrsg.), Überwiegend Neuland. Zwischenbilanzen der Wissenschaft zur Gestaltung der Informationsgesellschaft, edition sigma, Berlin 2014. Available at SSRN: http://ssrn.com/abstract=2426683

Abstract:
Seit Mitte der 1990er begibt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ins Internet und damit auf Neuland. Das führt zu Friktionen, zunächst mit den seit Mitte der 1980er zugelassenen privaten Rundfunkanbietern und der Presse, die sich durch ihn als öffentlich finanziertem Wettbewerber um den neuen Online-Markt betrogen sehen. Dann auch mit den Ureinwohnern des Neulands.

Kurz, der vernetzte Computer hat die alten, auf Papier und Äther gestützten Massenmedien gründlich aufgemischt – und damit auch die Öffentlichkeit. In Zeiten ‘konvergenter Unübersichtlichkeit’ (Wolfgang Schulz) gilt es, über all dem Neuen nicht die hart erkämpften Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und die ihr dienende Medienfreiheit aus dem Auge zu verlieren. Das mit den Massenmedien entstandene und inzwischen europäisierte Medienrecht bemüht sich, der digitalen Revolution als ‘Neue Medien’, ‘Teledienste’ ‘Mediendienste’ und aktuell als ‘Telemedien’ im gewachsenen Rahmen einen Ort zuzuweisen.

Medienregulierung, die wie alles Recht doch demokratietheoretisch Ausdruck des Volkeswillens sein soll, findet jedoch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ausgerechnet die Möglichkeitsbedingungen einer Öffentlichkeit, die Demokratie allein tragen kann, sind ihr blinder Fleck. Die Frage nach einer informationellen Daseinsvorsorge, Grundversorgung oder, wie es heute neudeutsch heißt, Public Value muss vom Internet aus neu gestellt werden.

Keywords: öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Internet, Konvergenz, Meinungsfreiheit, Internetdienstefreiheit, Medienregulierung, Daseinsvorsorge, Grundversorung, Public Value, Europarecht, Beihilfe, Verfassung, Grundgesetz

16. April 2014

“Netzöffentlichkeit im Wandel”

Am 2. September 2013 veranstaltete die GRÜNE-Landtagsfraktion in Sachsen den netzpolitischen Kongress in Leipzig. Hier ein Rückblick auf die Veranstaltung.

Meine Keynote “Netzöffentlichkeit im Wandel” betrachtet den Wandel der Öffentlichkeit vom Internet aus und fokussiert besonders auf die Herausforderungen durch neue Plattformen.

20. Mai 2013

Hyperkult XXII: Standards, Normen, Protokolle, 4.-6. Juli 2013

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Die 22. Hyperkult steht vor der Tür. Dieses Mal zum Thema “Standards, Normen, Protokolle”. Welche Rolle spielen Standards, Normen und Protokolle für die Strukturbildung der Nächsten Gesellschaft? Sind Protokolle nicht vielleicht doch ihre wichtigsten Medien, und der lange Marsch durch die Institutionen müsste heute durch die Normungskommissionen verlaufen? Welche Bedeutung haben das W3C, welche die ICANN, die WIPO? Wo, bitteschön, scheint denn eine neue Anarchie auf, die alle diese verknöcherten Regularien, wenigstens für kurze Zeit, zum Teufel schickte?

Mit Vorträgen unter anderem von Claus Pias: Protokollfragen, Ned Rossiter: Logistical Worlds: Command and Control, Exodus and Invention, Rolf Großmann: MIDI-Geschichte(n), Andrea Knaut: Normindividualität, Jens-Martin Loebel: “Mühlendamm Schleuse, bitte kommen!” Die Geschichte der Vollzugsordnung für den Funkdienst als soziales Protokoll, Agata Królikowski: Standardisierte Überwachung und Wolfgang Coy: “Was die technische Welt im Innersten zusammen hält”.

HYPERKULT XXII
Standards, Normen, Protokolle

4.-6. Juli 2013

Centre for Digital Cultures
Medien- und Informationszentrum und
Institut für Kultur und Ästhetik digitaler Medien der
Leuphana Universität Lüneburg

“Alte Post” in der Sülztorstr. 21-25
21335 Lüneburg

13. April 2013

Sharing Licence Library

This is a collection of materials on the proposals to legalize file-sharing in exchange for a flat-rate remuneration. These proposals are as old as P2P file-sharing itself. They have been advanced by law scholars, people from the music industry, consumer and Internet user organisations, collecting societies and political parties. They have come in the form of feasibility studies, passionate manifestos, scholarly and popular articles, law proposals and (near) pilot projects. And they have come under names such as alternative compensation system, content or culture flat-rate, licence globale, artistic freedom voucher, noncommercial use levy and sharing licence. If you have materials (text, audio, video) that should be in this collection, please mail me. Any discussion paper, law proposal, artist’s statement from any country in any language pertinent to the subject is welcome. Broken links as well. Thank you.

– Last updated 13.04.2013 – (weiterlesen…)

3. April 2013

Aleister Crowley: Tagebuch eines Drogenabhängigen

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Aleister Crowley: Tagebuch eines Narren

Tagebuch eines Narren

Gerade erschien Aleister Crowley, Tagebuch eines Narren im Scipio Verlag, Radolfzell 2013, mit einem Cover von Dan Davis. Es handelt sich um die durchgesehen Fassung meiner Übersetzung von 1990 des Romans von Aleister Crowley, Diary of a Drug Fiend von 1922.

Rezensionen

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Tagebuch eines Drogenabhängigen

Tagebuch eines Drogenabhängigen, deutsche Übersetzung von Volker Grassmuck, a-verbal Verlag, Berlin 1990. Neuauflage 1999. ISBN 978-3-88999-007-5.

Übersetzung von: Aleister Crowley, Diary of a Drug Fiend, 1922. Neuauflagen 1970 und 2004. ISBN 978-1585092451.

Auf The Libri of Aleister Crowley finden sich viele seiner Werke im Volltext.

aleister_crowley

21. November 2012

Exkursion in die Coy-Galaxis

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“Exkursion in die Coy-Galaxis” — Aus Anlass des 65. Geburtstags von Wolfgang Coy wirft der Text einen Blick zurück auf Weggefährten, Zeitläufte, Themen. Entlang der Basismedien Bild, Schrift, Zahl erzählt er von der Entdeckung des Computers als Medium und der Benennung seiner Epoche als Turing-Galaxis. Mit der Erinnerung an Coys programmatische Arbeit für eine ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewussten Informatik wirft er zugleich einen Blick voraus auf Shapes of Things to Come. “Die Ordnung des Wissens ist immer auch eine politische Ordnung.” (Coy)

Anhalter-Turing-GalaxisErschienen in der Festschrift: Andrea Knaut, Christian Kühne, Constanze Kurz, Jörg Pohle, Rainer Rehak, Stefan Ullrich (Hrsg.), Per Anhalter durch die Turing-Galaxis, MV-Wissenschaft, Münster 2012, S. 9-17.

Diese hatte ihre Uraufführung auf dem Symposion des Fachbereichs »Informatik und Gesellschaft« der GI Anfang November.

Und als Zugabe hier die von denselben freundlichen Galaktikern bereitgestellte Audioaufzeichnung meines Vortrags “Per Anhalter durch die Turing-Galaxis” auf “Shape of Things to Come – Die Zukunft der Informationsgesellschaft” im Februar 2006 anlässlich von Wolfgang Coys 60. Geburtstag.

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