Grassmuck, Volker Ralf, A Proposal for Legalizing Small-Scale Physical Copyright Piracy Book Publishing, Video Films and Music in Developing Countries (April 4, 2013). Available at SSRN: http://ssrn.com/abstract=2245342
Abstract:
The paper looks at the formative phase of media systems particularly in developing nations. It finds that copyright piracy in those situations serves a purpose not only in providing access to knowledge and creative works to audiences who would otherwise be excluded but also as the original accumulation of media infrastructures, know-how and capital that over time leads to the establishment of original forms of creative expression and legal media industries.
Looking at the examples of the publishing of books by foreign authors in 19th century USA, the emergence of the video film industry in Nigeria and briefly at the popular dance music in northern Brazil it shows the beneficial effects of piracy. From a public policy point of view, the paper then considers the benefits of copyright piracy and its harms, the most severe ones of which are caused by its illegality. In order to balance benefits and harms, it concludes by proposing to legalize small-scale physical copyright piracy in developing nations.
Keywords: piracy, copyright law, informal copyrights, access to knowledge, book publishing in 19th century USA, Nollywood, Tecnobrega
“Exkursion in die Coy-Galaxis” — Aus Anlass des 65. Geburtstags von Wolfgang Coy wirft der Text einen Blick zurück auf Weggefährten, Zeitläufte, Themen. Entlang der Basismedien Bild, Schrift, Zahl erzählt er von der Entdeckung des Computers als Medium und der Benennung seiner Epoche als Turing-Galaxis. Mit der Erinnerung an Coys programmatische Arbeit für eine ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewussten Informatik wirft er zugleich einen Blick voraus auf Shapes of Things to Come. “Die Ordnung des Wissens ist immer auch eine politische Ordnung.” (Coy)
Erschienen in der Festschrift: Andrea Knaut, Christian Kühne, Constanze Kurz, Jörg Pohle, Rainer Rehak, Stefan Ullrich (Hrsg.), Per Anhalter durch die Turing-Galaxis, MV-Wissenschaft, Münster 2012, S. 9-17.
Und als Zugabe hier die von denselben freundlichen Galaktikern bereitgestellte Audioaufzeichnung meines Vortrags “Per Anhalter durch die Turing-Galaxis” auf “Shape of Things to Come – Die Zukunft der Informationsgesellschaft” im Februar 2006 anlässlich von Wolfgang Coys 60. Geburtstag.
O Centro de Estudos do Auditório Ibirapuera de São Paulo publicou dois livros emagosto do ano passado: o primeiro número da Revista Auditório e a edição especialRepensando Música. Leia mais na página do Auditório.
O segundo livro contém meu artigo: “Uma exceção ao direito autoral para monetizar o compartilhamento de arquivos”, tradução de Raquel Setz
Munich’s LiMux project announced that on 12.12.2011 the 9,000th PC workstation in the city’s administration was migrated to the new LiMux Client, putting the project ahead of its schedule. With a few exceptions all MS Office suits have been uninstalled and replaced with OpenOffice. The migration of the remaining 3,000 workstations will be concluded in 2012. For a background story on the project that was initiated in 2003 see:
Ausarbeitung des Beitrags auf dem Kulturpolitischen Bundeskongress in Forum 10 über „Kulturflatrate & Creative Commons. Neue Bezahlmodelle und die Freiheit der Kunst”, erschienen auf : netz.macht.kultur, 11.11.11.
Kulturellen Ausdruck wird es immer geben. Auch an der Bereitschaft, Künstlerinnen ihr Schaffen zu ermöglichen und sie dafür zu belohnen, fehlt es nicht, ob in Form von Mäzenen oder Markt, Klingelbeuteln oder Rundfunkgebühren, Steuergeldern oder Selbstausbeutung. Eine weitere Konstante scheint die extreme Ungleichverteilung von Aufmerksamkeit und Vergütung zu sein, vom armen Poeten, der nicht weiß, wie er den nächsten Tag überlebt, bis zum Superstar, der nicht weiß, ob er als nächstes eine Yacht oder einen Jet kaufen soll.
In diesem Feld setzt Kulturpolitik Grundwerte: die Grundversorgung mit Meinungsvielfalt, die Sicherung kultureller Vielfalt, die Gewährleistung von kultureller Bildung und rezeptiver und produktiver kultureller Teilhabe, die angemessene Vergütung der Urheber für die Nutzung ihrer Werke.
Ende April stellte der Chaos Computer Club (CCC) ein Vergütungsmodell für Kreative vor, die Kulturwertmark (KWM). Zunächst was mir daran gefällt: Urheber und Publikum werden ins Zentrum des Modells gestellt. Ebenfalls zu begrüßen ist, dass Deutschlands Hacker-Club sich in die Debatte ums Urheberrecht einschaltet. Nicht so gut gefällt mir, dass er das nicht in seiner Kernkompetenz tut, sondern sich auf dünnes Eis begibt. Vor allem hat mich enttäuscht, dass das Papier offensichtlich als Reaktion auf die Kultur-Flatrate formuliert ist, es zu dieser aber nichts zu sagen weiß, als “Komplettüberwachung des Netzes, um korrekte Downloadzahlen … zu ermitteln.” Genau zu der Frage: Erhebung der Downloadzahlen, hätte ich mir vom CCC kreativere, konstruktivere Beiträge gewünscht.
Tatsächlich unterscheiden sich die Kultur-Flatrate – für die ich den in Brasilien geprägten Namen “Tauschlizenz” vorziehe – und die KWM im Grundsatz nicht. Beide sehen eine gesetzliche Erlaubnis zum privaten, nichtkommerziellen Tauschen und Mixen vor. Dafür bekommen Urheber und Künstler von allen Breitband-Internet-Nutzern eine Vergütung. Beide Modelle nehmen eine – noch näher zu bestimmende – Vergütungshöhe von monatlich € 5,- an, was einen Gesamtbetrag von € 1,5 Milliarden pro Jahr ergibt.
Wie dieser Topf ausgeschüttet werden soll, darin liegt der größte Unterschied. Üblich ist bei dieser Art von kollektiv verwalteter Umverteilung, dass der individuelle Anteil im Verhältnis stehen soll zur tatsächlichen Nutzung der eigenen Werke. Die wird z.B. über Abspiellisten von Radiostationen und Clubs erhoben. In der digitalen Welt geht das natürlich viel einfacher und genauer. Der CCC lehnt diese Verfahren ab, vor allem, weil man die real-existierenden Urheberkollektive, allen voran die GEMA, tatsächlich nur ablehnen kann. Stattdessen schlägt er vor, den Zahlungspflichtigen ihre € 5,- in Form einer Mikrowährung zurückzugeben. Jede Einzelne kann sie dann an Songs, Podcasts, Fotos usw. verteilen, die ihr gefallen haben.
Ich bin überzeugt, dass eine Auszahlung im Verhältnis zur Popularität dem Gerechtigkeitssinn der allermeisten Kreativen ebenso wie dem des Publikums entspricht, vom Urheberrecht ganz zu schweigen. Die Verwertungsgesellschaften müssen grundlegend reformiert werden. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Sie zu ignorieren und – unsehenden Auges – eine neue aufzubauen, wie sich das der CCC vorstellt, ist nicht die Lösung. Ich halte eine individuelle, willkürliche, also nutzungsunabhängige Verteilung des Geldes für unplausibel. Andere sehen das anders. Wir werden nur wissen, ob diese Methode erfüllt, was sie leisten soll, wenn wir sie ausprobieren.
Daher schlage ich am Ende des Textes ein Pilotprojekt vor, in dem es vor allem um die Frage der Verteilungsgerechtigkeit gehen soll. Nach zehn Jahren Debatte über die Legalisierung des Tauschens und die vergeblichen, aber schädlichen Versuche es zu unterdrücken, ist es an der Zeit, das Modell endlich mal praktisch auszuprobieren.
“To promote the use of open content licenses, it is important to better understand the theoretical underpinnings of these licenses, as well as to gain insight into the practical advantages and inconveniences of their use. Moreover, given that the most widely used licenses, such as the GPL and the Creative Commons licenses, originate from the United States, it is also important to examine their validity and applicability from a European law perspective. This book assembles chapters written by renowned European scholars on a number of selected issues relating to open content licensing. It offers a comprehensive and objective study of the principles of open content from a European intellectual property law perspective and of their possible implementation in practice. To date, no other in-depth legal analysis has been carried out in Europe on the capacity of the open content licensing model – as a whole – to serve as an enabling factor in the dissemination and use of information.”
The collection goes back to the Academy Colloquium entitled ‘Open Content Licences: New Models for Accessing and Licensing Knowledge’, held in April 2006, organized by the Institute for Information Law of the University of Amsterdam, in conjunction with Creative Commons Netherlands. Three additional chapters are adapted from studies carried out in recent years for Creative Commons Netherlands and made possible thanks to a subsidy from the Dutch Ministry of Education, Culture and Science.
It includes contributions by Gerald Spindler, Séverine Dusollier, Till Kreutzer and Mireille van Eechoud. My essay is entitled “Towards a New Social Contract: Free-Licensing into the Knowledge Commons.” A significantly extended version will be published shortly.
Er lässt einen nicht wieder los. Hat mat erst einmal angefangen, die Welt durch die Brille des Mülls zu sehen, ihn als ständigen Beleiter des Menschen, als die Kehrseite all seines Tuns, kurz den Müll als System zu begreifen, so wie ich es zusammen mit Christian Unverzagt getan habe, vor Urzeiten, anno 1991, der wird überall Belegstücke finden, wo immer er geht und steht, ob in der Stadt, im Internet oder in der Presse.
Nachdem der Mensch sich aufgerichtet und somit beide Hände frei hatte, begann er Dinge wegzuwerfen.
Folgender Artikel erschien in Schwerpunkt Musik & Internet der Zeitschrift Melodie & Rhythmus, Heft 3/2011 und wird hier mit der freundlichen Genehmigung des Herausgebers wiedergegeben.
In der Debatte um Kultur wedelt der Schwanz mit dem Hund. Das Recht der Urheber dient den Verwertern. Wenn die Politik von Kunst redet, meint sie Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Der Widerspruch zwischen den massenmedialen Strukturen des 20. Jahrhunderts und der Peer-to-Peer-Vernetzung des 21. wird immer größer. Die Energiewende macht hoffen, dass ein Umdenken auch hier möglich ist.