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1. Februar 2016

Mut zum Tigersprung – Just do it!

Im Rahmen eines Entschließungsantrags der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen fand am 28.01.2016 eine Anhörung des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien und Regionalentwicklung des Niedersächsischen Landtages statt. Hier meine Stellungnahme.

(als PDF)

Mut zum Tigersprung – Just do it!

Stellungnahme zum Entschließungsantrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen
– Drs.17/4524 „Freies WLAN in Niedersachsen: Freifunk unterstützen, Bürgernetze ausbauen!“

 
Dr. Volker Grassmuck
Mediensoziologe
http://vgrass.de


 

Inhalt
„Freifunk unterstützen, Bürgernetze ausbauen!“
Störerhaftung
____Abmahnindustrie
____„Sommer unseres Lebens“
____Gesetzentwurf
____Reaktionen
____Haftungsfreiheit für alle
Routerzwang und Firmware-Lockdown
Öffentliche Funkfrequenzen und TV White Space
Breitband für alle
Quellen

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6. Januar 2016

Den Dreistufentest zum Zweistufentest machen

Im Rahmen eines rundfunkrechtlichen Dreistufenstests der Online-Angebote von KiKA führte der Rundfunkrat des MDR, der für das Gemeinschaftsangebot von ARD und ZDF federführend ist, eine öffentliche Konsultation durch. Hier meine Stellungnahme.

(als PDF)

Stellungnahme im Konsultationsverfahren zum Telemedienkonzept „KiKA Telemedien“

Dr. Volker Grassmuck

Mediensoziologe
Berlin, den 04.01.2016


 

Den Dreistufentest zum Zweistufentest machen

Im Kern geht es beim Dreistufentest für öffentlich-rechtliche Telemedien nach § 11f Abs. 4 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) darum, die Planung für ein Angebot vorzulegen, das überprüfbar den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht (1. Stufe). Das ist gut und wichtig, versteht sich aber bei einem öffentlich beauftragen und finanzierten Medienangebot eigentlich genauso von selbst, wie eine Überprüfung der geplanten Mittel nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit (3. Stufe).

Mit jedem durchgeführten Dreistufentest weniger plausibel wird jedoch die 2. Stufe, auf der das öffentlich beauftragte, also gerade nicht marktliche Angebot auf seine Marktauswirkungen überprüft werden soll. Dafür schreibt der Rundfunkstaatsvertrag die Beauftragung externer Gutachter vor (§ 11f Abs. 5 RStV). Die müssen dann Äpfel mit Birnen vergleichen. Wie man erwarten würde, kommt nichts Sinnvolles dabei heraus.

Mehr als zehn Millionen Euro an Rundfunkbeiträgen sind bereits aufgewendet worden, um in jedem Einzelfall zu bekräftigen, was wir ohnehin schon wissen: dass nicht-marktliche Online-Angebote keine schädlichen Auswirkungen auf kommerzielle Angebote haben. Zehn Millionen Euro, die vor allem dazu dienen, den Befürchtungen der Medienindustrie über unfairen Wettbewerb zu begegnen und die für die Programmarbeit fehlen. Kein anderes Land hat so viele „Amsterdam Tests“ durchgeführt und dafür so viel Geld ausgegeben wie Deutschland.

KiKA eröffnet die zweite Staffel von Dreistufentests. Nach und nach müssen alle 38 Angebote, über die 2010 entschieden wurde, ebenfalls generalüberholt werden. Bevor es in derselben Routine weiter geht, ist zu fragen, wo sich der Test bewährt hat und wo er über das Sinnvolle hinaus schießt. (more…)

14. Dezember 2015

Die Meinungsmacht von Google

Filed under: Deutsch,magazine,text — Schlagwörter: , , , , , , — vg @ 18:53

GoogleisierungRezension von:
Stark, Birgit / Dörr, Dieter / Aufenanger, Stefan (Hrsg.), Die Googleisierung der Informationssuche. Suchmaschinen zwischen Nutzung und Regulierung, Reihe: Media Convergence / Medienkonvergenz 10, De Gruyter 2014
erschienen in: in: Medien & Kommunikationswissenschaft, 4/2015, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg (Hrsg.)

***

Evil oder nicht evil – an Google, oder neuerdings Alphabet, scheiden sich die Geister. Aus der sprichwörtlichen kalifornischen Garage entstanden, hat sich das Unternehmen trotz atemberaubenden Wachstums Kreativität und Innovationskraft bewahrt und ist Champion der Fortschrittsoptimisten und Traumarbeitgeber für IT’ler. Andererseits weckt das Unternehmen, das mit der unbescheidenen Mission antritt, „die Information der Welt zu organisieren“, durch seine Monopolstellung im Suchmarkt und die schiere Größe des darum entstandenen diversifizierten und vertikal integrierten Konzerns die schlimmsten Befürchtungen von Daten- und Verbraucherschützer, Kartell- und Medienrechtlern. Immer wieder gibt es Vorwürfe der Manipulation der Meinungsbildung seiner Nutzer und der Benachteiligung von Informationsanbietern. Politiker wie Justizminister Maas, Wirtschaftsminister Gabriel und EU-Kommissar Oettinger sind schnell mit der Forderung nach strikter Aufsicht oder gar Zerschlagung bei der Hand. (more…)

9. November 2015

„Kollaboration“ nein danke

Filed under: Deutsch,text,Words to Avoid — Schlagwörter: , , , , , — vg @ 13:37

In den vergangenen fünfzehn Jahren macht sich die Rede von der „kollaborativen“ Erstellung von freiem Wissen breit. Der Pädagoge und Migrationsforscher Mark Terkessidis möchte „Kollaboration“ zum „ethischen Leitprinzip“ der Gesellschaft machen und Wikimedia hat gemeinsam mit der Berliner Gazette in ihrem „ABC des Freien Wissens“ den Buchstaben K mit „Kollaboration“ belegt. Gegen diese geschichtsvergessene Verwendung des Wortes argumentiert der folgende Text.

Volker Grassmuck
Langfassung eines Textes für Berliner Gazette, 14.11.15

Paris,_der_Kollaboration_beschuldigte_Französinnen. Wikimedia Commons, Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0

Paris, der Kollaboration beschuldigte Französinnen. Wikimedia Commons, Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0

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21. Oktober 2015

Gegen „Kollaboration“

Filed under: Public Appearance,Video,Words to Avoid — Schlagwörter: , , , — vg @ 01:19

Das Wikimedia ABC des Freien Wissens hat den Buchstaben K ausgerechnet mit „Kollaboration“ belegt. Das forderte einen Einspruch – da ich an der Veranstaltung am 08. Oktober 2015 nicht teilnehmen konnte, per Videobeitrag:

Was sind die Motivationen und Rahmenbedingungen für das gemeinsame Erstellen von freiem Wissen? Das war die eigentliche und wichtige Frage des Abends, zu der die Diskussionsteilnehmer sicher Kluges und Nützliches hätten beitragen können. Stattdessen verstieg sich die Diskussion in eine heillose Verwirrung über ein untaugliches Wort. (more…)

11. Oktober 2015

Im Zweifel wohnen

Filed under: photo — vg @ 19:14

Wer im Zweifel zu Hause ist, ist gut gerüstet für diese fragwürdigen Zeiten. ‚Der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis.‘ (Sprichwort aus China)

Gesehen in Rüschlikon.

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20. Juni 2015

Das Jugendangebot ist das Nadelöhr für den Fortbestand öffentlich-rechtlicher Medien

Ministerpraesidentenkonferenz am 17.10.14 in Potsdam. (Foto: Oliver Lang © Presseamt Potsdam)

Die öffentlich-rechtlichen Medien stehen vor zwei großen Herausforderungen: dem digitalen Medienwandel und dem Verlust des jungen Publikums. An ihnen entscheidet sich die künftige Legitimation des öffentlich-rechtlichen Systems insgesamt. Die Lage ist in ganz Europa ähnlich. In Deutschland hat die Politik einen mutigen Beschluss gefasst, um beide Fragen anzugehen. Auf ihrer Konferenz im Oktober 2014 beauftragten die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder ARD und ZDF, ein Angebot für 14- bis 29-Jährige zu konzipieren – ausschließlich im Internet, ohne Sendungsbezug, ohne Drei-Stufen-Test, ohne Verweildauerbeschränkungen und mit einem Etat von 45 Millionen Euro. Im Juni 2015 legten die Anstalten ihr Konzept vor.

Es handelt sich um nichts weniger als einen Paradigmenwechsel: den Bruch mit dem Primat des linear gesendeten Programms und der Sekundarität von Online. Mit der Jugendplattform ist die Verbindung zum Massenmedienmodell – einer sendet und alle sehen oder hören zu, das auch das vorangegangene trimediale Konzept eines Jugendkanals noch dominierte – aufgehoben. Da konvergiert nichts mehr. Mit der Jugendplattform hat die Institution öffentlich-rechtlicher Rundfunk ihre medientechnologischen Wurzeln hinter sich gelassen und ist im Netz angekommen. Oder in den Worten von ARD-Chef Lutz Marmor „Zukunftsweisend ist dabei, dass die Beschränkungen im Internet wegfallen.“ (ARD-PM 17.10.14)

Dieser Text als PDF.

***
Update: Die Rundfunkkommission der Länder hat in ihrer Sitzung am 17. Juni das Konzept eines Online-Jungendangebots von ARD und ZDF zur Kenntnis genommen und den Auftrag zu einem offenen Konsultationsverfahren erteilt, das von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt durchgeführt wird. Am 19. Juni ist die Konsultation gestartet worden. Bis zum 31. Juli 2015 können Stellungnahmen zum Konzept und zum Entwurf des Rundfunkstaatsvertrags schriftlich in Papierform oder per E-Mail eingereicht werden. Angesprochen sind zwar „vor allem … öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, Verbände der Medienwirtschaft und Unternehmen der Medienwirtschaft“. Da bislang noch keine Pläne für eine separate Konsultation der Zielgruppe verlautbart wurden, ist das auch die Chance für 14- bis 29-Jährige, ihre Vorstellungen konstruktiv einzubringen

Update 2: Am 18. Juni hat Hyperbole den Grimme Online Award in der Kategorie Kultur und Unterhaltung gewonnen. Glückwunsch!

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7. Juni 2015

„Postcolonial Piracy“ online

Filed under: text — Schlagwörter: , , , , , , , — vg @ 15:40

Postcolonial_PiracyThe anthology Postcolonial Piracy. Media distribution and cultural production in the global south, edited by Lars Eckstein and Anja Schwarz from Potsdam University, is out. It was published by Bloomsbury in late 2014 whom Lars and Anja convinced to do so under a CC licence. The book says BY-NC-SA while the university website says BY-NC-ND and the Bloomsbury website doesn’t say anything at all.  Bloomsbury presents the book in „PDF page image format“ as „Bloomsbury Open Access“, telling the reader: „The pages are provided here to facilitate browsing. If intending to read in full, you may prefer to download the original PDF,“ but not providing an opportunity to download. Anyway, it is available for download as postprint at the University Potsdam.

The collection comes out of a conference under the same title in December 2011 in Berlin. It includes my contribution „On the Benefits of Piracy“, pre-published under the title „A Proposal for Legalizing Small-Scale Physical Copyright Piracy Book Publishing, Video Films and Music in Developing Countries“.

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18. April 2015

Anti-TTIP Global Day of Action, Brandenburg Gate, Berlin, 18.04.2015

StartbildToday was the Global Action Day to Defeat Free Trade and Investment Treaties. More than 1000 actions took place across the planet. Berlin’s largest event was a human chain from Potsdamer Platz to the Brandenburg Gate in which more than 4000 people participated.

There are a number of Free Trade and Investment Treaties brewing — CETA, TPP, TiSA and most prominently TTIP, the Transatlantic Trade and Investment Partnership. Merkel und Juncker have put concluding TTIP in 2015 on top of their agenda.

Negotiations between EU and US started in 2013 on condition that culture and media be excluded. Near the supposed end of the negotiations, it seems that the fears most of us had from the beginning come true and digital culture is coming back in the form of „audiovisual goods and services”.

Here some materials on this, alas mostly in German.
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14. Februar 2015

Von Privatisierung zu den Allmenden

Filed under: Deutsch,text — Schlagwörter: , , , , — vg @ 16:57

untitledVolker Grassmuck, Von Privatisierung zu den Allmenden

Tauschen, Teilen und Kooperieren sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Verstärker, wenn nicht Auslöser für den Wandel in Bewusstsein und Praxis war ohne Frage das Internet.

in: Peter Bittner, Stefan Hügel, Hans-Jörg Kreowski, Dietrich Meyer-Ebrecht, Britta Schinzel (Hg.), Gesellschaftliche Verantwortung in der digital vernetzten Welt, Reihe: Kritische Informatik Bd. 8, 2014, ISBN 978-3-643-12876-8

Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e. V. (FIfF) setzt sich seit 30 Jahren mit den Wechselwirkungen von Informatik und Gesellschaft auseinander. Dieser Jubiläumsband mit einer Reihe von Beiträgen bekannter Autorinnen und Autoren lässt ein Spektrum aktueller und brisanter Themen Revue passieren, das von Überwachung und Datenschutz über Rüstung und Informatik, Informatik und Gender, Verantwortung und Fairness im informatischen Handeln bis hin zum kreativen Arbeiten und zu immateriellen Gütern reicht.

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